Letzte woche erschien das lang erwartete Debütalbum der AIFF (bedeutet Afro Influenced Funk Federation). Die holländischen Musiker um DJ und Produzent Phil Martin und Musiker Ton van der Kolk entwickeln ihre ganz eigene Version von Afro-Funk mit einem gewaltigen Groove. Beeinflußt vom klassischen Afro-Funk eines Fela Kuti versuchen sie, Afro-Funk auf ein anderes Level zu bringen. Wie andere zeitgenössische Afro-Funk-Projekte integrieren sie in ihren Stücken alle ihre musikalischen Einflüsse. Ihre Lieblingsstyles verschmelzen sie in ihrem einzigartigen Sound der von Deep-Funk, Soul, Jazz bis zu Reggae und Afro-Musik reicht. Sie lieben eben einfach alle Spielarten von "Roots Musik".
AIFF beweisen, dass junge Musiker Musik im Afro-Beat-Stil machen können. Die Percussion nimmt atemberaubend weiten Raum ein, die Gitarre zwingt einen einfach zum Tanzen, und die Bläser changieren von sanft zu hart. Man kann den "endless groove" spüren, ein Groove, der so wirkt, als würde er durch die Wiederholung eines bestimmten Rhythmus von Schlagzeug, gedämpftem Gitarreneinsatz und Bassfiguren niemals enden. AIFF haben die meisten Instrumente selbst eingespielt, nur für die Vocals und die Bläser haben sie gute Freunde wie Marco Hijl am Saxophon und der Flöte dazu gebeten.
Ihre limitierte 7" AKWAABA - Watergirls hat u.a. Paul Murphy (Afroart) und Andy Smith (Portishead) begeistert. Inter-nationale DJ-Größen wie Keb Darge und Snowboy spielten den Tune in ihren Sets, selbst Paul Weller war sehr angetan. Durch das tolle Feedback ermuntert, begannen AIFF mit der Produktion eines ganzen Albums.
AIFF sind keine Anfänger mehr. Sie machen und produzieren Musik in einer Vielzahl musikalischer Projekte. Phil Martin spielt Schlagzeug in seiner Band "The Jazzinvaders" und produuzierte mit der holländischen Jazzlegende "The Houdinis". Er hat sein eigenes Label "Social Beats" aufgemacht, auf dem er mit Veröffentlichungen von Tim Wood, Solo Moderna und seinen eigenen Projekten reüssierte. Dazu gehören auch die "Soul Snatchers", eine Soul 45 Band, die den Beginn von AIFF begründete. Ihr beeindruckendes Stück "Sniffin and Snatchin" konnte man bereits auf der "New Testament of Funk 5"- Compilation (Unique 121-1). Ihre Stücke bewahren das Flair der alten Funk- und Soulära, aber entwickeln dabei ihren eigenständigen Stil. Sie zeigen, daß der Soul heutzutage sehr lebendig ist.
Phil Martin und Ton van der Kolk (aka DJ Draaikolk) legen seit acht Jahren bei ihrer bekannten Club-Serie "The Beat Club" zusammen Platten auf. Die beiden stellen dabei ihre Leidenschaft für Musik unter Beweis, die sie in diesen Nächten mit dem Publikum teilen möchten. Phil und Ton waren auch schon in vielen Städten in den Niederlanden und haben verschiedene Konzerte für Bands, die sie wirklich schätzen, organisiert. "Sharon Jones & the Dapkings", "The Poets of Rhythm" und "Afrobeat Academy" haben schon für ihre Organisation Beatcollective.nl gespielt.
Ton und Phil kennen sich schon sehr lange, sie sind seit ihrer Teenagerzeit befreundet. Ihre gemeinsame Liebe zu altem Funk, Jazz Soul, Hip-Hop, Reggae und anderen Grooves hat zu "Afro Soul System" geführt. Auf diesem Album verwenden sie alle richtigen Elemnte aus der alten Afro-Beat Geschichte und entwickeln einen einzigartigen, aber "alt" klingenden Sound: Afro Beat Drums und Percussion gemischt mit typischen melodischen Funkgitarren, herausragenden Fender Rhodes und Orgelparts mit heftigen und harten Bläsern. Alles zusammengenommen mit den sich wiederholenden trippy grooves kommt dann der "endless groove" zustande.
Man darf aber auch nicht die herausragenden Gäste am Mikro vergessen. Da ist zuallererst Crucial T. auf Afro Riddim. Er war der Sänger der Ska-Band "The Continentals". Gemeinsam mit den Bläsern seiner ehemaligen Band begleitete er Ton und Phil bei ihrem Projekt "The Soul Snatchers". Kurz darauf ist Crucial T. mit den Bläsern der Skaband auch bei AIFF eingestiegen. Crucial T. hatte schon eine lange Karriere als Frontmann hinter sich und weiß daher gut, wie man die Massen begeistert. Ab gesehen davon ist er ein großartiger Sänger und Toaster.
Beim vierten Stück Life hören wir Linda Bloemhard am Mikro. Sie ist hauptsächlich die Sängerin der Nu-Jazz-Band "The Jazzinvaders", hat aber auch für die großartige Jazzband "Mo" gearbeitet. Ihre unglaubliche Stimme findet sich auch bei Stücken von "Kraak & Smaak" und "Mendoza Dance Parti". AIFF fanden die Kooperation mit Linda so gelungen, dass sie auf weitere zukünftige Projekte hoffen.
Schließlich ist auch noch Travis Blaque zu erwähnen, eine bekannte Größe für alle Insider bei Unique Records. Mit seinem Album "The many facets of Travis Blaque" hat er einen außerordentlichen Eindruck davon gegeben, wie Rap mit echten Messages heute klingen kann. Sein "conscious style" hat eine guten Flow und läßt einen wieder an die Macht und die Größe des HipHops glauben. Das Stück Ugly Duckling zeigt seine persönliche Art und Weise, Messages zu vermitteln, wobei die Bläser einen tollen Refrain ohne Vocals erzeugen. Das Ergebnis ist ein echter Hit mit intelligenten Texten.
AIFF sehen sich selbst in einer Liga mit anderen aktuellen Projekten, die gerne alt und trotzdem zeitgemäß klingen, so wie Quantic, New Master-sounds und Speedometer. Wesentliche Einflüsse sind der alte Funk und Soul der 60-er und 70-er, ebenso wie natürlich die Legende des Afro-Funk, Fela Kuti. Aus der neueren Musik mögen sie die Daktaris (Desco-Records) und die Budos Band mit ihrem Afro-Funk im alten Gewand.
AIFF Live
Zur Zeit sind AIFF "nur" ein Studioprojekt. Ihre Musik verlangt eine ganze Menge Musiker auf der Bühne, und daher veranstalten sie ihre live Auftritte wie ein Sound System, wo sie Dubplates und Tape Delays verwenden. Crucial T. übernimmt als Toaster das Mikro und Marco Hijl spielt live dazu Saxophon. Sie können auch jetzt schon das Publikum in Begeisterung versetzen, aber AIFF wollen in Kürze auch als echte Live Band auftreten. Da kommt Großes auf uns zu!
AIFF haben eine wahre Mission: Sie wollen uns ihre Leidenschaft zur Musik mitteilen und gehen dabei ihren ganz eigenen Weg. Wenn wir sie lassen, nehmen sie uns mit auf ihre aufregende Reise mit druckvollem Afro-Funk!
"These boys come correct on wax, with a baritone sax, trumpet, organ, drums, percussion… the whole nine. Upon first listen to AIFF’s debut release Afro Soul System, you’ll immediately notice their affection for Afrobeat legend and creator Fela Kuti through their use of a highly syncopated rhythm section and meandering organ riffs. On the album’s first single “Akwaaba,” whose subsequent popularity led to this full length, we get a hefty dose of said drum and bass grooves accompanied by scratchy Funk guitar and ear shattering horn arrangements. In the end, you’ll no doubt draw your own comparisons to AIFF’s stateside counterparts, but with a love of Reggae, Hip-Hop, Funk, and Soul guiding their hands, Martin and Van der Kolk have created a new style of Afrobeat which pushes the boundaries of the genre, in effect creating a new sub-genre in the process." - DJ Stew - Groundlift Magazine
"Afro-funk, afro-jazz and afro-hiphop out of Germany. Eleven tight, solid tracks, and not one weighs in at more than five and a half minutes - highly unusal for any kind of afrobeat project. 'Circles', 'Don't Stop', 'The Seduction' and 'Water Girls' are the big club cuts. Don't sleep on this one!!" - Straight no Chaser - Dom Servini
Having first became aware of AIFF through some AIFF remixes, the awesome Jazz Invaders remix for example, I was immediately excited to hear this when it arrived from Unique. The intro starts with easy reggae but the switch into driving Afrobeat via wah wah guitar is stunning. This is a masterclass in production and dynamics. Every sound is clear and defined and the overall composition is perfect, a peak time dancefloor Afrobeat bomb. The other 3 tracks sees Freestyle maestro Diesler take over the production, and these too are just amazing, especially 'Akwaaba' featuring vocalist Laura Vane. Once again it's Afrobeat but much more subtle and song based. These two are actually the B side and in my humble opinion the best tracks. The A side has Diesler dropping a slight house edge to the proceedings with the intro build
up on the Club Remix being pretty spectacular, but for my money, go for the more organic B side tracks to be thoroughly wowed. - Pete Isaac - Jelly Jazz (About AIFF 12")
Das Kürzel AIFF steht für ‘Afro Influenced Funk Federation‘ und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Die holländischen Musiker um Phil Martin und Ton van der Kolk haben eine ganz eigene Version von Afro-Funk entwickelt. Die Wurzeln sind kaum überhörbar im klassischen Afro-Sound eines Fela Kuti verwachsen, allerdings brechen die Musiker die Grenzen auf und mischen Elemente von Deep-Funk, Soul und Jazz bis hin zum Reggae in den knackigen Big-Band-Groove. Nu-Funk Kennern dürfte das Vorgänger-Projekt ‘The Soul Snatchers‘ bestens bekannt sein (Sniffin and Snatchin!) doch mit AIFF legen sie noch eine Scheibe drauf. Da funkt und bebt es wie zu besten James Brown-Instrumentalzeiten, in denen einst der ‘endless groove‘ geboren wurde. Dass das Ganze dennoch nicht zu amerikanisch wirkt, dafür sorgen die treibenden, perkussiven Momente, mit denen das ganze Album durchwachsen ist. - Free FM ULM
Vom Reggae zu erstklassigen Afrobeats. Von Berlin nach Düsseldorf via Amsterdam. Percussions, typische Gitarrenlicks und Bläser mischen sich mit dem scheinbar unendlichen Groove von Schlagzeug und Basslines zu einem sehr tanzbaren Sound, der Spass macht und trotzdem extremen Tiefgang hat. Es ist fast schon schwer, einzelne Stücke heraus zu picken, da das Album als Gesamtwerk super funktioniert und nie langweilig wird. Und doch sind es „Circles“ mit seinen etwas stolpernden Beats und feinen Gitarren-Lines und Bläserlicks, „Life“ mit Sängerin Linda Bloemhard, „The Seduction“ im Afrodisco Stil und das jazzige „Akwaaba“, welche sich sofort in den Ohren festsetzen und lange nicht mehr dort weggehen. Bis zum Replay. AIFF sind sicherlich ein Highlight aus dem grossen Kreis der vielen Funk- und Soulbands derzeit. In einer Aufzählung zu nennen mit The Poets Of Rythms, Sharon Jones & The Dap Kings, The Bamboos oder dem Quantic Soul Orchestra. - Michael Rütten / Jazzthing Magazin
Aiff-akwaaba fave cut is a1, diesler club remix-great, gonna play it in set thanks peace - Rob - Stereo Mc's (About the AIFF 12")